Vor allem bei Mehrhausanlagen (ein Grundstück ist mit mehreren Gebäuden bebaut, in denen sich jeweils mehrere Eigentumswohnungen befinden) sieht die Teilungserklärung häufig die Bildung von Untergemeinschaften vor: Die Miteigentümer eines Hauses sollen selbständig über die Belange entscheiden, die allein „ihr“ Haus betreffen, z. B. die nur dieses Gebäude betreffenden Kosten und Reparaturen etc. Oft halten dann diese Untergemeinschaften auch separate Versammlungen ab.

Im Gegensatz zur teilrechtsfähigen Gemeinschaft der Wohnungseigentümer kann eine solche Untergemeinschaft aber kein rechtsfähiger Verband sein und dementsprechend auch nicht klagen oder verklagt werden. Das hat das OLG Koblenz entschieden (OLG Koblenz, Beschl. v. 18.10.2010, Az. 5 U 934/10).

Im entschiedenen Fall hatte ein Kläger nur einen Teil der Wohnungseigentümer „in deren Verbundenheit als Wohnungseigentümergemeinschaft“ auf Zahlung verklagt. Die Klage war jedoch als unzulässig anzusehen, weil die verklagte Gruppe der Wohnungseigentümer keinen rechtsfähigen Verband bildete.

Fachanwaltstipp für Gläubiger einer Wohnungseigentümergemeinschaft:
Beispielsweise die Klage eines Handwerkers o. ä. muss sich immer gegen die gesamte Gemeinschaft (oder aber im Rahmen des § 10 Abs. 8 WEG gegen jeden Eigentümer einzeln) richten.

Untergemeinschaften sind nicht rechtsfähig