Der Begriff der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums umfasst insbesondere alle Maßnahmen, die (rechtlich oder tatsächlich) der Erhaltung (u. U. auch erstmaligen Herstellung), Instandsetzung oder auch Veränderung des Gemeinschaftseigentums dienen. Er ist weit zu verstehen und umfasst namentlich die in § 21 Abs. 5 WEG genannten Maßnahmen, daneben aber natürlich auch eine Vielzahl anderer Tätigkeiten, soweit sie nur eine Geschäftsführung in Bezug auf den Zustand des gemeinschaftlichen Eigentums darstellen.

Im Zweifel umfasst dies auch die Verwaltung des Verwaltungsvermögens (nicht zu verwechseln mit dem gemeinschaftlichen Eigentum). Beispiel: Wegen des Defekts eines für die Gemeinschaft und aus Gemeinschaftsmitteln angeschafften Rasenmähers müssen Gewährleistungsansprüche geltend gemacht werden.

Grundsätzlich ist die Verwaltung Sache der Wohnungseigentümer, die einen Verwalter (§§ 26 ff. WEG) bestellen können, aber nicht müssen. Allerdings entspricht die Verwalterbestellung in aller Regel den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung, weshalb fast immer ein WEG-Verwalter vorhanden ist und andernfalls einzelne Eigentümer einen solchen auch gegen eine Mehrheit gerichtlich durchsetzen können.

Wenn ein Verwalter bestellt ist, dann ist er für große Teilbereiche der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums zuständig (§ 27 WEG). Er ist allerdings an den Willen der Eigentümergemeinschaft gebunden. Die wesentlichen Verwaltungsentscheidungen treffen die Wohnungseigentümer durch Beschluss.

Jeder einzelne Wohnungseigentümer kann eine ordnungsgemäße Verwaltung verlangen. Was das ist, ergibt sich einerseits aus den bestehenden Vereinbarungen und Beschlüssen, andererseits aus dem objektiv bestimmbaren Interesse der Wohnungseigentümergemeinschaft.

Sofern ein Eigentümerbeschluss nicht ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht, kann er von jedem Wohnungseigentümer und auch vom Verwalter angefochten werden.

In der Regel sind die Wohnungseigentümer in ihren Verwaltungsentscheidungen nicht auf ein bestimmtes Vorgehen festgelegt. Sie haben vielmehr ein Ermessen bei der Frage, ob sie in einer bestimmten Angelegenheit etwas unternehmen wollen und wie eine Maßnahme ausgestaltet werden soll. Es kann aber Situationen geben, in denen nur eine denkbare Entscheidung ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht.