Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer

Fassade breit

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die auch der Gesetzgeber in seiner Reform des Wohnungseigentumsrechts 2007 aufgegriffen hat (vgl. § 10 Abs. 6 WEG), ist die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer ein teilrechtsfähiger Verband. Das bedeutet, dass sie selbst Rechte und Pflichten haben, ggf. Eigentum erwerben und auch klagen und verklagt werden kann.

Aber nicht erst durch diese Entwicklung sind die die Eigentümergemeinschaft bestimmenden Rechtsverhältnisse selbst für juristisch vorgebildete Rechtsanwender zunehmend unüberschaubar geworden. Im konkreten Fall kann es nämlich große Schwierigkeiten bereiten zu entscheiden, ob ein Anspruch den einzelnen Wohnungseigentümern zusteht oder der Gemeinschaft als rechtsfähigem Verband, oder gegen wen genau sich im umgekehrten Falle eine Klage zu richten hat.

Zudem regelt das Gesetz die „Verfassung“ der Wohnungseigentümergemeinschaft, ihre Entstehung, Willensbildung und Verwaltungsmaßnahmen nur unvollständig. Wo genau darf die Teilungserklärung vom Gesetz abweichen? Was ist bei Versammlungen zu beachten? Welche Fragen können von den Wohnungseigentümern per Beschluss, welche nur per Vereinbarung und welche überhaupt nicht geregelt werden? Wer trägt welche Kosten? Häufig hilft nur die Kenntnis der inzwischen umfangreichen Rechtsprechung bzw. des jeweiligen Meinungsstandes weiter.

Die folgenden Seiten können Ihnen deshalb nur einen ersten Überblick über die Entstehung und das Wesen sowie die Rechtsverhältnisse einer Wohnungseigentümergemeinschaft geben.