Die Wohnungseigentümer haben die Möglichkeit, einen Großteil ihrer Rechtsbeziehungen untereinander durch Vereinbarungen zu regeln. Hierbei können sie in vielen Teilbereichen ohne weiteres von den gesetzlichen Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetzes abweichen (§ 10 Abs. 2 S. 2 WEG).

Auch durch Vereinbarung kann aber nicht von jenen Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetzes abgewichen werden, die zum Kernbereich des Wohnungseigentumsrechts gehören, bzw. deren Unabänderlichkeit sich aus ihrer Natur, aus dem mit ihnen verfolgten Zweck oder aus den sich daraus ergebenden Beziehungen der Wohnungseigentümer untereinander ergeben.

Zudem müssen auch Vereinbarungen von Wohnungseigentümern die Schranken des bürgerlichen Rechts (z. B. § 134 BGB Verstoß gegen ein gesetzliches Gebot, § 138 BGBVerstoß gegen die guten Sitten oder § 242 BGBVerstoß gegen die Gebote von Treu und Glauben) beachten. Andernfalls sind sie nichtig.

Vereinbarungen haben Vertragscharakter und können deshalb nur unter Mitwirkung bzw. Zustimmung aller Wohnungseigentümer geschlossen werden. Gegenüber späteren Erwerbern von Sondereigentum sind Vereinbarungen (nur) dann bindend, wenn sie im Grundbuch eingetragen, also „verdinglicht“ worden sind.

Das wichtigste und umfangreichste Vereinbarungswerk zwischen den Wohnungseigentümern ist fast immer die Teilungserklärung. Dort sind in der Regel nicht nur die verschiedenen Sondereigentumseinheiten näher bezeichnet, sondern diverse Festlegungen zum Gebrauch des Gemeinschafts- und Sondereigentums, Abstimmungsregelungen für Mehrheitsbeschlüsse, eine Hausordnung etc. festgehalten. Die (Teilungs-)Vereinbarung kann sogar Festlegungen zum Mindestalter der Bewohner treffen und die Eigentümer zum Abschluss bestimmter Dienstleistungsverträge verpflichten (Letzteres aber nicht auf Dauer).

Manche Vereinbarungen enthalten sog. Öffnungsklauseln, mit denen ermöglicht werden soll, bestimmte Festlegungen der Vereinbarung auch nachträglich mit einer (ggf. qualifizierten Mehrheit per Beschluss zu ändern. Auch das ist statthaft. Da Beschlüsse (im Gegensatz zu Vereinbarungen) für spätere Erwerber verbindlich sind, ohne im Grundbuch stehen zu müssen, kann auf diesem Wege eine Vereinbarung, die für Erwerber unverbindlich ist, weil sie nicht im Grundbuch steht, später durch einen wirksamen Änderungsbeschluss in ihrer geänderten Fassung verbindlich werden.