Eine Auflösung der Wohnungseigentümergemeinschaft ist in der Praxis so gut wie ausgeschlossen. Insbesondere gibt es für den einzelnen Wohnungseigentümer keine Möglichkeit, die Teilungsvereinbarung zu kündigen oder anderweitig die Aufhebung der Eigentümergemeinschaft zu verlangen. Ein Wohnungseigentümer kann auch nicht gem. § 928 Abs. 1 BGB auf sein Eigentum verzichten (BGH V ZB 18/07).

Es gibt weder eine Teilungsversteigerung noch eine Liquidation der Gemeinschaft. Auch ein Insolvenzverfahren über das gemeinschaftliche Verwaltungsvermögen ist ausgeschlossen (§ 11 Abs. 3 WEG), und weder die Zwangsvollstreckung gegen einen Wohnungseigentümer noch die Eröffnung eines Insolvenzverefahrens über das Vermögen einzelner Wohnungseigentümer führen zur Auflösung der Gemeinschaft.

Allerdings existiert eine Wohnungseigentümergemeinschaft dann nicht (mehr), wenn sich alle Miteigentumsanteile in der Hand eines Eigentümers vereinigen. Das Sondereigentum bleibt aber auch in diesem Fall bestehen, und sobald eine Wohnung an einen Dritten veräußert wird, entsteht die Eigentümergemeinschaft neu (siehe auch: Die werdende Eigentümergemeinschaft).

Nur wenn sich alle Wohnungseigentümer einig sind, können sie die Eigentümergemeinschaft auflösen, indem sie die Aufhebung des Sondereigentums vereinbaren und beim Grundbuchamt beantragen.

Erst wenn die Wohnungsgrundbücher geschlossen werden, ist die Wohnungseigentümergemeinschaft aufgelöst. Die Miteigentümer werden dann „normale“ Bruchteilseigentümer am Grundstück, welche jederzeit die Aufhebung der Bruchteilsgemeinschaft nach § 749 Abs. 1 BGB verlangen können. Dieser Fall kommt in der Praxis aber nur sehr selten vor.

Gegen den Willen anderer Miteigentümer kommt eine Aufhebung der Gemeinschaft ausnahmsweise dann in Betracht, wenn in einer Vereinbarung der Wohnungseigentümer (meist der Teilungserklärung) ein Aufhebungsanspruch für den (seltenen) Fall vorgesehen ist, dass das Gebäude so stark zerstört ist, dass keine Wiederaufbauverpflichtung nach § 22 Abs. 4 WEG besteht, und das Gebäude tatsächlich so stark zerstört wird.

Auch im letztgenannten Fall ist die Wohnungseigentümergemeinschaft aber nicht schon mit dem Eintritt der genannten Bedingungen aufgehoben. Vielmehr muss der auflösungswillige Eigentümer die weiteren Wohnungseigentümer – nötigenfalls gerichtlich – auf Abgabe einer Willenserklärung (Zustimmung zur Aufhebung des Sondereigentums und Bewilligung der Eintragung der Rechtsänderung im Grundbuch) in Anspruch nehmen. Die Gemeinschaft ist erst mit Vollzug der Änderung im Grundbuch aufgelöst.