Bei modernisierenden Instandsetzungen handelt es sich um Maßnahmen, die einerseits wegen eines bereits aktuellen oder zumindest absehbaren Reparaturbedarfs notwendig sind, andererseits die vorhandene Einrichtung in einen technisch aktuelleren, moderneren Zustand versetzt als bisher. Modernisierende Instandsetzungen sind also die Schnittmenge zwischen Instandsetzungsmaßnahmen im Sinne des § 21 Abs. 4, Abs. 5 Nr. 2 WEG und Modernisierungsmaßnahmen i. S. d. § 22 Abs. 2 WEG.

Die Abgrenzung kann im Einzelfall schwierig sein, sie richtet sich i. d. R. nach einer vorzunehmenden Kosten-Nutzen-Analyse: Ist es bei ohnehin anstehendem Reparaturbedarf wirtschaftlich sinnvoll, die vorhandene Einrichtung lediglich zu reparieren, oder, die Gelegenheit zu nutzen, um einen moderneren Standard zu erreichen?

Maßstab soll ein vernünftiger, wirtschaftlich denkender und gegenüber erprobten Neuerungen aufgeschlossener Wohnungseigentümer sein.

Handelt es sich bei einer beabsichtigten Maßnahme um eine modernisierende Instandsetzung, dann ist dies eine „gewöhnliche“ Verwaltungsmaßnahme, die mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen werden kann. Eine Blockade durch eine Minderheit ist also ausgeschlossen.

Sofern bei dem bestehenden Reparaturbedarf nur die fragliche Maßnahme den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht, hat jeder Wohnungseigentümer einen Anspruch auf Vornahme dieser modernisierenden Instandsetzung (§ 21 Abs. 4 WEG) und kann diesen auch gerichtlich durchsetzen (§ 21 Abs. 8 WEG).

Verkündet der Verwalter (ggf. nach Zustandekommen einer nur knappen Mehrheit) das Zustandekommen eines solchen Beschlusses, obwohl es sich in Wahrheit nicht um eine modernisierende Instandsetzung, sondern um eine „normale“ Modernisierung (dann doppelt qualifizierte Mehrheit erforderlich) oder gar um eine anderweitige bauliche Veränderung (dann Zustimmung aller Betroffener erforderlich) handelt, so ist der Beschluss gleichwohl wirksam und lediglich anfechtbar, wird also bestandskräftig, wenn er nicht binnen Monatsfrist angefochten wird.

Wenn weder eine abweichende Kostenverteilung vereinbart ist noch eine solche für den Einzelfall beschlossen wird, dann sind die Kosten für die modernisierende Instandsetzung – wie bei jeder anderen Instandsetzung auch – von allen Wohnungseigentümern im Verhältnis ihrer Miteigentumsanteile zu tragen, also auch von denjenigen, die gegen die Maßnahme gestimmt haben.