Solange zwischen den Wohnungseigentümern nicht durch Vereinbarung oder Beschluss etwas anderes geregelt ist, gilt für alle baulichen Maßnahmen (bauliche Veränderung, Modernisierung oder Instandsetzung) der gesetzliche Grundsatz, dass jeder Eigentümer im Verhältnis seines Miteigentumsanteils an den Gesamtkosten beteiligt ist.

Bei baulichen Veränderungen nach § 22 Abs. 1 WEG müssen sich aber diejenigen Eigentümer nicht an den Kosten beteiligen, die der Maßnahme nicht zugestimmt haben (§ 16 Abs. 6 WEG). Das gilt allerdings nicht für Modernisierungsmaßnahmen i. S. d. § 22 Abs. 2 WEG, dort werden alle Eigentümer an den Kosten beteiligt.

Die Kostenverteilung, also das Verhältnis, in dem die Wohnungseigentümer die Kosten von Baumaßnahmen tragen müssen, kann durch Vereinbarung, z. B. in der Teilungserklärung / Gemeinschaftsordnung, abweichend geregelt sein. Zum Beispiel ist dort häufig geregelt, dass Instandsetzungskosten für Teile des Gemeinschaftseigentums, die räumlich einem einzelnen Sondereigentum zugeordnet werden können (Fenster, Türen, Balkone) nur von dem betreffenden Wohnungseigentümer getragen werden müssen.

Außerdem besteht seit 2007 die Möglichkeit, das die Eigentümergemeinschaft für eine einzelne Baumaßnahme die Kostenverteilung abweichend von der gesetzlichen bzw. von der vereinbarten Regelung per Mehrheitsbeschluss bestimmt (§ 16 Abs. 4 WEG). Ein solcher Beschluss darf nicht willkürlich sein, sondern sollte eine Orientierung an den Gegebenheiten des Einzelfalls erkennen lassen. Die Eigentümerversammlung hat aber ein weites Entscheidungsermessen. Außerdem darf sich der Beschluss jeweils nur auf den Einzelfall beziehen. Wenn er eine generelle Änderung für die Zukunft enthält, ist er nichtig, weil der Versammlung hierfür die Beschlusskompetenz fehlt.

Bei der Entscheidung über eine größere Baumaßnahme sollte die Eigentümerversammlung stets auch darüber entscheiden, wie genau das benötigte Geld aufgebracht werden soll. Unter Umständen reichen die derzeit vorhandenen liquiden Mittel auf dem Konto der Gemeinschaft aus. Andernfalls kommt eine Entnahme aus der Instandhaltungsrücklage in Betracht. Häufig ist es jedoch erforderlich, eine Sonderumlage zu beschließen.

Ein Beschluss über eine umfangreichere Baumaßnahme ohne eine Regelung dazu, wie die Mittel aufgebracht werden sollen, verstößt in der Regel bereits aus diesem Grund gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Verwaltung und wäre anfechtbar.

Umstritten ist, ob ein Finanzierungsbeschluss, der eine Kreditaufnahme durch die Gemeinschaft zum Gegenstand hat, möglich ist. In der Regel ist davon abzuraten. Jedenfalls darf ein solcher Beschluss nicht regeln, dass für den Kredit alle Wohnungseigentümer als Gesamtschuldner haften; ein derartiger Beschluss wäre nichtig.