Vom Grundsatz her kann der WEG-Verwalter jederzeit durch Mehrheitsbeschluss wieder abberufen werden. Mit einem Abberufungsbeschluss enden die ihm nach dem Gesetz und ggf. dem Verwaltervertrag zugewiesenen Aufgaben und Befugnisse.

Dabei ist zwischen der Abberufung und der Kündigung des Verwaltervertrages zu unterscheiden, weshalb es möglich ist, dass der Verwalter bereits abberufen ist, der Verwaltervertrag aber noch weiter läuft, der Verwalter also seine Vergütungsansprüche behält. Ebenso kann eine grundlose Abberufung und Kündigung des Verwaltervertrages u. U. dazu führen, dass dem Verwalter Schadensersatzansprüche gegen die Gemeinschaft zustehen.

Häufig ist der Verwaltervertrag für einen festen Zeitraum (max. 5 Jahre) geschlossen und zugleich vereinbart, dass eine Abberufung nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich ist. Das erlaubt auch der Gesetzgeber (§ 26 Abs. 1 S. 3 WEG).

Das Gesetz nennt in § 26 Abs. 1 S. 4 WEG auch ein Regelbeispiel für das Vorliegen eines wichtigen Grundes: Die nicht ordnungsgemäße Führung der Beschlusssammlung gemäß § 24 Abs. 7 WEG.

Der Verwalter hat, auch wenn er selbst nicht Wohnungseigentümer ist, ein eigenes Recht dazu, den Beschluss über seine Abberufung anzufechten.

Auch wenn ein wichtiger Grund zur Abberufung vorliegt, hat die Eigentümergemeinschaft einen Ermessensspielraum dahingehend, ob sie den Verwalter abberuft oder nicht. Ein einzelner Eigentümer hat nur dann einen Anspruch darauf, dass wegen eines wichtigen Grundes die Abberufung beschlossen wird, wenn die Ablehnung der Abberufung objektiv nicht mehr vertretbar erscheint. Dabei sind in einer Gesamtschau die Verstöße des Verwalters sowie auch ein eventuell nachvollziehbares Interesse einer Mehrheit, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen, zu würdigen.

Wenn Minderheitseigentümer die Abberufung des Verwalters gegen eine Mehrheit durchsetzen wollen, müssen sie in aller Regel zunächst einen Antrag auf Verwalterabberufung auf die Tagesordnung einer Eigentümerversammlung bringen. Sofern der Antrag mehrheitlich abgelehnt wird, kann das Wohnungseigentumsgericht angerufen werden, welches dann anstelle der Eigentümerversammlung über die Abberufung entscheidet (§ 21 Abs. 8 WEG). Häufig wird ein solcher Beschlussersetzungsantrag mit der Anfechtung des vorherigen (Negativ-)Beschlusses verbunden. Zwingend notwendig ist dies aber nicht.