Die Eigentümergemeinschaft hat die Möglichkeit, aus ihren Reihen einen Verwaltungsbeirat zu wählen (§ 29 WEG). Ob sie das tut, steht in ihrem Ermessen. Im Gegensatz zur Bestellung eines Verwalters kann also eine Minderheit von Wohnungseigentümern nicht gegen die Mehrheit die Bestellung eines Verwaltungsbeirats durchsetzen.

Durch Teilungserklärung oder sonstige Vereinbarung kann individuell geregelt sein, ob ein Verwaltungsbeirat zu bestellen ist, wie viele Mitglieder er haben soll usw.

Sofern nichts anderes vereinbart ist, hat der Verwaltungsbeirat aus drei Mitgliedern – einem Vorsitzenden und zwei weiteren Wohnungseigentümern – zu bestehen. Bestellt die Eigentümerversammlung mehr oder weniger Mitglieder in den Verwaltungsbeirat, dann ist diese Wahl anfechtbar.

In den Verwaltungsbeirat darf nur gewählt werden, wer selbst Wohnungseigentümer ist.

Die Wahl erfolgt durch einfachen Mehrheitsbeschluss. Dabei ist von einer Blockwahl (eine Abstimmung für alle Kandidaten gemeinsam) abzuraten. Jedenfalls sobald auch nur ein Eigentümer eine Einzelabstimmung verlangt, wäre eine Blockwahl anfechtbar.

Bei der Auswahl der Beiratsmitglieder haben die Wohnungseigentümer einen großen Ermessensspielraum. Ein Wohnungseigentümer benötigt keine besondere Qualifikation oder Eignung, um in den Beirat gewählt zu werden. In der Regel kann sich auch eine Minderheit mit Erfolg gegen eine Beiratswahl wenden, weil sie Streit mit dem gewählten Beiratsmitglied hat.

Obwohl hierfür keine gesetzlichen Vorschriften existieren, ist es sinnvoll, gleichzeitig mit der Bestellung der Verwaltungsbeiräte zusätzliche Einzelheiten zu regeln, etwa die Vergütung, den Aufwendungsersatz, die Dauer der Amtszeit, evtl. auch eine Geschäftsordnung und die Person des Vorsitzenden, je nach Größe der Gemeinschaft auch Ersatzmitglieder, Regeln für deren Nachrücken etc. Wenn die Gemeinschaft nichts bestimmt, kann der Beirat sich im Nachhinein aber auch selbst eine Geschäftsordnung geben und/oder einen Vorsitzenden wählen.