Eine der wenigen im Gesetz klar definierten Aufgaben des Verwaltungsbeirats findet sich in § 29 Abs. 3 WEG. Danach soll der Verwaltungsbeirat den Wirtschaftsplan, die Jahresabrechnung, sonstige Rechnungslegungen sowie Kostenvoranschläge prüfen und hierzu seine Stellungnahme abgeben, bevor die Eigentümerversammlung darüber einen Beschluss fasst.

In der Praxis ist die Prüfung der Jahresabrechnung am bedeutsamsten. Dazu gehört vor allem die Prüfung auf rechnerische Schlüssigkeit, also ein Vergleich zwischen dem Saldo von Einnahmen und Ausgaben mit dem Saldo von Jahresanfangs- und -endständen der Bankkonten. Weiterhin gehört dazu in der Regel die (mindestens stichprobenartige) Prüfung der einzelnen Abrechnungspositionen anhand der Rechnungsbelege. Mit Blick auf die Einzelabrechnungen wird hierher regelmäßig auch eine Überprüfung des angewendeten Kostenverteilungsschlüssels gehören.

Das Ergebnis der Überprüfung soll nach dem Gesetz in einer Stellungnahme des Beirats zusammengefasst werden. Es gibt jedoch weder für die übrigen Wohnungseigentümer noch für die Gemeinschaft als Verband die Möglichkeit, die Vorlage eines solchen Prüfberichts gerichtlich durchzusetzen.

Der Verwaltungsbeiratsvorsitzende, nötigenfalls auch sein Stellvertreter, ist außerdem befugt, eine Eigentümerversammlung einzuberufen, sofern kein Verwalter existiert oder der Verwalter sich pflichtwidrig weigert, die Einberufung vorzunehmen (§ 24 Abs. 3 WEG).

Ansonsten soll der Verwaltungsbeirat den Verwalter bei der Durchführung seiner Aufgaben unterstützen (§ 29 Abs. 2 WEG). Insofern ist er in der Zeit zwischen den Eigentümerversammlungen in der Regel erster Ansprechpartner des Verwalters, kann auch eine Vermittlerrolle zwischen Verwalter und einzelnen Eigentümern oder zwischen mehreren Eigentümern untereinander einnehmen etc.

Schließlich kann der Beirat auch – wie allerdings auch jeder andere Wohnungseigentümer – die Tätigkeit des Verwalters überwachen, über dessen Tätigkeit Auskünfte verlangen, die Verwaltungsunterlagen einsehen usw.

Nicht selten neigen Eigentümergemeinschaften dazu, ihre eigenen Aufgaben aus Vereinfachungsgründen an den Verwaltungsbeirat zu delegieren. Hier ist Vorsicht geboten! Ihre ureigensten Entscheidungskompetenzen darf die Eigentümerversammlung nicht an den Beirat weitergeben. So darf dem Beirat etwa nicht die Auswahl und/oder Bestellung des Verwalters überlassen werden, ebenso wenig die Entscheidung über das Ob und Wie umfangreicher Sanierungsmaßnahmen oder Ähnliches.