Der Wirtschaftsplan ist der „Haushaltsplan“ der Wohnungseigentümergemeinschaft für ein Kalenderjahr. Er soll alle geplanten Einnahmen und Ausgaben sowie Zuführungen zur Instandhaltungsrücklage darstellen. Außerdem ergibt sich aus dem Wirtschaftsplan, welchen Kostenanteil jeder einzelne Wohnungseigentümer über das Hausgeld zu tragen hat.

Gemäß § 28 Abs. 1 WEG ist es Pflicht des Verwalters, eine Beschlussvorlage für den jeweiligen Wirtschaftsplan vorzulegen und zur Abstimmung zu stellen. Die Gesetzesformulierung „aufzustellen“ ist missverständlich, weil der Wirtschaftsplan erst durch Beschlussfassung der Eigentümer verbindlich wird. Sollte kein Verwalter existieren oder aus anderen Gründen die Aufstellung durch den Verwalter nicht möglich sein, kann die Gemeinschaft auch jemanden anderen, z. B. einen Miteigentümer, mit dem Entwurf eines Wirtschaftsplans betrauen (OLG Düsseldorf, Beschl. v. 20.04.2007, Az. I-3 Wx 127/06, 3 Wx 127/06, NZM 2007, 569).

Idealerweise sollte der Wirtschaftsplan schon vor dem Beginn des Wirtschaftsjahres (Kalenderjahres) vorliegen und in Kraft treten. Empfehlenswert ist es deshalb, in der ordentlichen Jahresversammlung stets die Jahresabrechnung für das vergangene Jahr und den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr zur Abstimmung zu stellen.

Von der Rechtsprechung wird dem Verwalter allerdings auch zugestanden, den Wirtschaftsplan erst in den ersten Monaten des schon laufenden Wirtschaftsjahres, dann auf Basis der Zahlen des abgelaufenen Jahres, aufzustellen. Der genaue Fälligkeitszeitpunkt ist umstritten, eine Vorlage und Abstimmung sollte aber möglichst in den ersten 3-6 Monaten des Wirtschaftsjahres erfolgen. Ist die Vorlage des Wirtschaftsplanes fällig, gerät der Verwalter bereits durch die Mahnung eines einzelnen Wohnungseigentümers in Verzug.

Ein wirksamer Wirtschaftsplan ist die Anspruchsgrundlage der Eigentümergemeinschaft, von den einzelnen Wohnungseigentümern Hausgeldzahlungen zur Aufrechterhaltung der Liquidität verlangen zu können (§ 28 Abs. 2 WEG). Mit dem Wirtschaftsplan sollte der Beschluss verbunden werden, dass dieser über das Wirtschaftsjahr hinaus bis zum Beschluss über einen neuen Wirtschaftsplan fortgelten soll. Ein solcher Beschluss ist zulässig und entspricht regelmäßig ordnungsgemäßer Verwaltung, weil hierdurch sonst drohende Liquiditätslücken vermieden werden.

Der Wirtschaftsplan sollte von seiner Struktur her den Jahresabrechnungen entsprechen. Insbesondere sind neben dem Gesamtwirtschaftsplan Einzelwirtschaftspläne aufzustellen. Es kann deshalb insoweit auf die ausführlichere Darstellung zu den Jahresabrechnungen verwiesen werden.