Über die vom Verwalter vorgelegte Jahresabrechnung (Gesamt- sowie Einzelabrechnung) entscheiden die Wohnungseigentümer in ihrer Versammlung durch Mehrheitsbeschluss. Es genügt die einfache Mehrheit.

Durch den Beschluss wird die Abrechnung zu einer Willensbekundung der Eigentümermehrheit,  und erst hierdurch wird sie im Verhältnis der Wohnungseigentümer untereinander wirksam.

Die Wohnungseigentümer sind beim Beschlussinhalt nicht an die zuvor vom Verwalter vorgelegte Abrechnung gebunden. Sie können etwa bestimmen, dass die vorgelegte Abrechnung mit der Maßgabe bestimmter Ergänzungen, eines abweichenden Verteilungsschlüssels usw. beschlossen wird.

Tun sie dies nicht, obwohl die Abrechnung Fehler oder Unvollständigkeiten aufweist, dann entspricht ihr Beschluss über die Abrechnung nicht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung und wird anfechtbar.

Deshalb sind auch Anfechtungsprozesse, die die Richtigkeit der Jahresabrechnung betreffen, stets gegen die übrigen Wohnungseigentümer zu führen, obwohl die Abrechnung vom Verwalter aufgestellt wurde.

Häufig wird der Beschluss über die Jahresabrechnung mit einer Entlastung des WEG-Verwalters verbunden. Dies ist grundsätzlich zulässig, setzt aber in der Regel eine ordnungsgemäße Jahresabrechnung voraus. Solange die Jahresabrechnung anfechtbar ist, ist dies in der Regel auch der Beschluss über die Verwalterentlastung.

Die Entlastung des WEG-Verwalters stellt ein beschränktes negatives Schuldanerkenntnis dar, das einen Verzicht auf etwaige Ersatzansprüche gegen den Verwalter beinhaltet. Die Reichweite des Entlastungsbeschlusses ist stark umstritten und ist im Einzelfall durch Auslegung zu ermitteln.